Thomas Rebien, Dominik Vincon, Sören Jakobsen Der vorletzte Lauf zum Yamaha R6-DUNLOP-CUP im tschechischen Most war so ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Im Spitzenpulk wechselten vier Fahrer im Rundentakt Führung und Plätze und trieben sich immer wieder zu neuen Bestzeiten. Im Ziel hatte Dominik Vincon (Knittlingen, Motorrad Hester ADAC Nordbaden) kaum messbare 21 Hundertstel Sekunden Vorsprung auf den bereits als Meister feststehenden Thomas Rebien (DK Sorö, Brunos mc Team RR DK). Dessen Teamkollege Sören Jakobsen (Brande, Brunos mc Team RR DK) behauptete unmittelbar dahinter Rang drei gegen Filip Altendorfer (Raubling, Yamaha Meier Racing).

Ein Sieg mit Ansage, schließlich hatte der erst 16-jährige Vincon in Schleiz versprochen, dass sein Sieg noch kommt. Doch bis dahin war es ein hartes Stück Arbeit. "Ich habe mich gleich nach dem Start verschaltet und bin auf Platz vier zurückgefallen", gestand der Polesetter. "Nach zwei, drei Runden habe ich gemerkt, dass es schneller geht und habe die Führung übernommen. Aber einfach war das nicht, Sören hat mir mächtig zugesetzt und ging auch zwei Mal vorbei. Ich wusste von meiner Boxentafel, dass drei Mann direkt hinter mir waren. In der letzten Runde plötzlich Thomas vorn, ich habe gleich gekontert, aber eingangs Start-Ziel war der Teufelskerl erneut neben mir. Glücklicherweise konnte ich mich behaupten und einen hauchdünnen Vorsprung über den Zielstrich retten."

 

 

"Die letzte Runde hatte es in sich", bestätigte Seriensieger Thomas Rebien. "Wir hatten nach dem Training das Setup komplett geändert, deshalb tat ich mich anfangs sehr schwer getan, das Tempo mitzugehen, aber am Schluss habe ich mein Herz in die Hand genommen und alles riskiert. Das war schon ein spektakuläres Finale", berichtete der junge Däne.

 

 

Sören Jakobsen war von der Schlussattacke seines Teamkollegen offensichtlich überrascht. "Ich wollte hinter Dominik bleiben und erst in der letzten Runde angreifen, denn ich hatte im hinteren Teil der Strecke Vorteile. Thomas hatte ich dabei eigentlich nicht mehr auf der Rechnung, das hat meienn Plan natürlich komplett durcheinandergebracht. Stattdessen musste ich nun schauen, dass ich Filip hinter mit halte. Jetzt wird es in Hockenheim im Kampf um die Vize-Meiszterschaft noch einmal richtig spannend", berichtete der 19-jährige Däne, der immerhin schon einen Sieg am Nürburgring auf seinem Konto hat.

 

 

Auf den muss Filip Altendorfer weiterhin warten: "Was soll ich sagen? Geiler Start, anfangs geführt, mir war aber klar, dass ein Ausreissversuch keinen Sinn macht. Ich habe mir das Treiben lange vom dritten Platz angeschaut und nach hinten eigentlich eine Sekunde Luft, aber urplötzlich war Thomas da und vorbei. Dann habe ich in der letzten Runde noch versucht, Sören zu überlisten, leider ist mir das nicht mehr gelungen. Aber insgesamt es war es schon eine riesiges Rennen."

 

 

Recht kritisch betrachtete Rino Caluzi (Tamins, Team Zweirad Teuchert) seinen fünften Platz. "Ehrlich gesagt, ganz zufrieden bin ich nicht, denn ich habe den Start verpasst. Bei Götzis Sturz konnte ich zwar wieder drei Plätze gutmachen, aber da war die Viererbande vorne schon weg. Schade, vielleicht hätte ich das Tempo mitgehen können. Wichtig ist aber, dass ich jetzt konstant dabei bin und dieses Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht habe", bilanzierte der sympathische Schweizer.

 

 

Dominic Hyna (Friedberg, Finkl Racing Team) war angesichts eines turbulenten Wochenendes mit Rang sechs zufrieden: "Nach dem Trainingssturz startete ich nur aus der dritten Reihe. Ich kam super weg, aber bei Götzis Highsider musste ich ausweichen und habe etliche Plätzte eingebüßt. Der Weg nach vorne war mühsam, so bin ich mit dem sechsten Platz zufrieden."

 

 

Michael Götz (Hadamar, Team Romero) kostete ein Highsider in der ersten Runde seinen zweiten Tabellenplatz. Der Hesse blieb zwar unverletzt, liegt aber durch den Ausfall in der Meisterschaft 21 Punkte hinter dem anvisierten zweiten Gesamtrang.

 

 

Stefan Kittel (Bautzen, Zweiradtechnik Vyhnalek) behauptete Rang sieben vor Routinier Sven Bennin (Lasbeck-Gut, Schollys Lexware). Der hatte beim Start wieder einmal eine komplette Reihe hinter sich gelassen, fand bei 'Götzis' Sturz die richtige Lücke und sich selbst plötzlich auf Platz fünf. "Das war aber nicht zu halten", räumte er ehrlich ein "aber ich war deutlich schneller als im Training, deshalb bin ich rundum zufrieden. Zudem will da ich nächste Woche beim Hamburger Stadtpark-Revival mit einer 76er RD 400 starten."

 

 

"So langsam gehen uns die Österreicher aus", unkte ein Fahrer. Bereits am Freitag hatte sich Helmut Liendl (Wolfberg, Yamaha Franz Racing Team) mit einem Schlüsselbeinbruch abgemeldet. Am Samstag ereilte Manuel Dattinger (Mauer, Team Zweirad Teuchert) im Abschlusstraining das geliche Schickdsal und Martin Eder (Grieskirchen, Esthofen-Leebmann-Racing) musste sich nach einem Trainingssturz mit einer schweren Schulterprellung auf die Heimreise machen. Thomas Moser (A-Ybbsitz, Yamaha Franz) war verletzungsbedingt erst gar nicht in die Tschechei angereist war, somit musste Michael Beyer (A-Wien, Südbike) als Neunter die rotweiße Landesfahne hochhalten. Bernd Ruber (Reiskirchen, ZZF-Fernwald) erzielte mit Rang zehn sein bestes Saisonresultat.

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