Thomas Rebien sichert sich die MeisterschaftDer YAMAHA R6-DUNLOP-CUP hat einen neuen Champion. Thomas Rebien (DK Sorö, Brunos mc Team RR DK) gewann am Wochenende den im Rahmen der SPEEDWEEK in Oschersleben ausgetragenen siebten Lauf und sicherte sich damit vorzeitig den Titel.

Bewusst war ihm dies auf dem Podest freilich ganz und gar nicht, Rechenspiele scheinen ebenso wenig die Sache des netten Dänen zu sein wie Taktik. Im Training hatte er über eine Sekunde auf einen wie entfesselt fahrenden Dominik Vincon (Knittlingen, Motorrad Hester ADAC Nordbaden) verloren und startete deshalb nur vom fünften Platz "Ich weiß nicht, aber es ging gestern einfach nicht schneller", räumte Rebien ehrlich ein. Im Rennen, das bei strömenden Regen gestartet wurde, galt es daher so schnell wie möglich auf die Spitze aufzuschließen. Das Vorhaben gelang und in Runde drei übernahm er erstmals die Führung vom gut gestarteten Polesetter.

 

Zwei Umläufe später lag zwar weiter Dänemark in Front, doch jetzt stand Teamkollege Sören Jakobsen (DK-Brande) auf dem Zeitenmonitor ganz oben. Eine Runde später war die dänische Doppelführung allerdings Makulatur. Jakobsen verabschiedete sich mit einem Sturz von der Spitze, konnte das Rennen zwar fortsetzen, aber für Punkteränge reichte es nicht mehr.

 

Dafür rückten von hinten zwei neue Podestkandidaten an, Filip Altendorfer (Raubling, Yamaha Meier Racing) und der immer stärker fahrende Schweizer Rino Caluzi (Tamins, Team Zweirad Teuchert). Fünf Runden vor Schluss übernahm Altendorfer Rang zwei und hatte sich damit eigentlich schon abgefunden: "Ich war zwar schon unmittelbar hinter Thomas, wollte aber bei den schwierigen Wetterverhältnissen in der Schlussrunde nicht mehr mit Gewalt attackieren. Ich dachte gerade Zweiter oder Gold? Zweiter langt, als mir in der Hotelkurve unvermittelt das Hinterrad ausgebrochen ist. Ich konnte zwar weiterfahren, aber mehr als Platz zwölf war nicht mehr drin", ärgerte sich der 20-jährige Bayer.

 

Dafür war die Freude bei Rino Caluzi über seinen ersten Podestplatz umso größer. Zwölf, sechs, drei lauten die Resultate seiner letzten drei Rennen: "Es geht immer besser, doch das hatte ich mir ehrlich gesagt nicht erhofft. Ich habe ein gutes Gefühl im Regen und natürlich auch von den beiden Stürzen profitiert", erklärte der symphatische Schweizer.

 

Dominik Vincon wusste offensichtlich nicht so recht, ob er sich über Platz zwei freuen oder ärgern soll. Der 16-jährige hatte beide Zeittrainings eindrucksvoll dominiert und mit 1:33.0 eine Bombenzeit vorgelegt. "Oschersleben liegt mir, aber ich wäre hier viel lieber im Trockenen gefahren. Ich hatte schon in der warm up-lap eine Schrecksekunde und gegen Rennende, als ich noch einmal attackieren wollte, einige Rutscher, daher habe ich mich schließlich mit Rang zwei begnügt."

 

Einmal mehr knapp am Podest vorbei, aber immerhin wieder ein Top-Resultat gab es für den Viertplazierten Michael Beyer (A-Wien, Südbike), das gleich gilt für Stefan Kittel (Bautzen, Zweiradtechnik Vyhnalek), der knapp hinter dem Österreicher auf Platz fünf einkam. Positiv bilanzierte auch Kevin Kemink (Bocholt, Team Romero) als Sechster: "Die Bedingungen mit Wind und Regen waren recht schwierig, angesichts der vielen Stürze habe ich wohl alles richtig gemacht.

Die nachfolgenden Plätze machten die Routiniers unter sich aus. Andre Quester (Lauterburg, Mayerracing): "Von 15 auf 7, da bin ich natürlich zufrieden. Bis zur Halbzeit habe ich sogar die Spitze gesehen, aber dann musste ich abreissen lassen. An meiner latenten Trainingsschwäche muss ich wohl arbeiten." Helmut Liendl (A-Wolfberg, Yamaha Franz Racing Team) erkämpfte als Achter sein bestes Saisonresultat vor Fahrersprecher Sven Bennin, der sich einen neckischen Seitenhieb auf seinen Spezi Michael Götz (Hadamar, Team Romero) nicht verkneifen konnte: "Vor Regenkönig Götzi - ist doch super. Aber auf der Gegengerade war es mächtig rutschig, weil dort gestern einer der Oldies explodiert ist." Für Götz, den Vize-Meister des Vorjahres, war Platz zehn allenfalls Schadenbegrenzung. Immerhin liegt er durch die Nullnummer von Jakobsen jetzt wieder auf Rang zwei der Tabelle, doch da 'Götzi' erklärterweise als Champion abtreten will, muss er 2008 wohl oder übel noch eine Cup-Saison - es wäre seine achte - anhängen.

 

Das Thema ist für den frischgebackenen Meister Thomas Rebien endgültig durch: "Ein bisschen schade ist es schon, denn ich wäre sehr gerne noch ein zweites Jahr im Cup gefahren, aber das Reglement schließt das aus." Mit fünf Siegen hat Rebien in der ewigen Bestenliste bereits mit Martin Wimmer und Kenan Sofuoglu gleichgezogen, bei zwei ausstehenden Rennen kann er sich hier sogar noch verbessern. Ein Eintrag ins Geschichtsbuch des Yamaha-Cup ist ihm aber jetzt schon sicher: Mit 17 Jahren ist Thomas Rebien der jüngste Cup-Gewinner aller Zeiten.

 

Einer der ersten Gratulanten war übrigens Kenan Sofuoglu. Der Cup-Sieger von 2002 und seit einer Woche ebenfalls vorzeitig Supersport-Weltmeister, rief am Samstag an, erkundigte sich nach dem Ausgang des Rennens und gratulierte seinem Nachfolger.

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