rebien_2Thomas Rebien (DK-Sorö, Brunos mc Team RR DK) feierte in Schleiz seinen vierten Saisonsieg, den dritten in Folge und baute damit den Vorsprung in der Tabelle auf 28 Punkte aus. Der Däne profitierte dabei vom Pech seines Teamkollegen Sören Jakobsen (DK-Brande). Der Trainingsschnellste war zwar auch im Rennen gleich in Führung gegangen, verlor aber ab Rennmitte Platz um Platz und rettete als Fünfzehnter gerade noch den letzten Punkt: "Das Ventil meines Hinterreifens war defekt, ich habe verzweifelt gekämpft, aber am Ende war der Reifen praktisch platt", berichtete Jakobsen enttäuscht.

War das schon eine kleine Vorentscheidung? Während Jakobsens Titelchancen damit dramatisch gesunken sind, kann Rebien die verbleibenden drei Rennen recht gelassen angehen. "Die Strecke in Schleiz ist sehr anspruchsvoll, macht aber zum Fahren viel Spaß. Mein Vorsprung ist eigentlich recht komfortabel, damit könnte ich meine offensive Taktik etwas ändern", gab der 17-jährige Meiserschaftsleader zu Protokoll. Daran glaubt allerdings nicht einmal seine Mutter. Ein Sturz beim Testen vor zwei Wochen bescherte dem engagierten Familienbetrieb zwar eine mächtig verbogene R6, den inzwischen hinlänglich bekannten Vorwärtsdrang des jungen Dänen bremste dies aber nicht im geringsten. "Sobald das Visier unten ist, will Thomas nur noch gewinnen", verriet Mama Rebien nach der Siegerehrung,

 

Dieses Vorhaben muss Dominik Vincon (Knittlingen, Motorrad Hester ADAC Nordbaden) zunächst noch einmal vertagen. "Als ich Zweiter war, habe ich schon versucht, Druck auf Thomas zu machen, erlebte dann aber einige Rutscher und beschloss die zwanzig Punkte sicher nach Hause zu bringen. Aber mein Sieg kommt schon noch", versprach der 16-jährige Schwabe augenzwinkernd. Schließlich galt es auch, den zweiten Rang gegen den energisch heranstürmenden Dominic Hyna (Friedberg, Finkl Racing Team) zu verteidigen. "Zwischendurch war ich sogar einmal vorbei, Dominik konnte aber besser aus der Kurve rausbeschleunigen und gleich wieder kontern", berichtete Hyna. "Zudem hatte ich Filip im Nacken und musste am Schluss Kampflinie fahren, um meinen Podestplatz zu verteidigen."

 

Den verpasste Filip Altendorfer (Raubling, Yamaha Meier Racing) am Ende um Haaresbreite: "Mein Start hätte nicht besser sein können, ich bin sogar als Erster eingebogen. Als das Tempo schneller wurde, habe ich leider keinen Rythmus gefunden. Ich habe etliche Plätze eingebüßt, war sauer auf mich und nicht richtig konzentriert. Am Ende habe ich auch noch Probleme mit meinem rechten Arm bekommen. Platz vier ist OK, aber wenn das Podest so nahe ist, ärgert man sich halt."

 

Nicht so der Fünftplatzierte Manuel Dattinger (A-Mauer, Team Zweirad Teuchert): "Nach dem Start ging es ziemlich heiß her, deshalb schaute ich mir das das Geschehen zunächt einmal an. Gegen Rennmitte hat die Kraft in den Armen etwas nachgelasen. Ich hatte mir in der Woche nach Salzburg das Altmetall von einer früheren Operation entfernen lassen und konnte drei Wochen kein Fitnesstraining machen. Daher bin ich voll zufrieden", sagte der schnellste Österreicher. Rino Caluzi (CH-Tamins, Zweirad Teuchert) freute sich über Platz sechs, sein bislang bestes Cup-Resultat. "Ich konnte das Tempo der Verfolgergruppe ganz gut mitgehen, drei Runden vor Schluss ist Hampus direkt vor mir gestürzt, dadurch habe ich den Anschluss verloren. Aber es geht voran."

 

Von solchen Tendenzen ist Michael Götz (Hadamar, Team Romero) momentan weit entfernt. Am Nürburgring noch Tabellenführer, haben die Titelambitionen des beliebten Hessen nach drei mäßigen Resultaten einen mächtigen Dämpfer erhalten. "Startplatz 13 nach technischen Problemen im Abschlusstraining war indiskutabel. Fahrerisch war ich im Grunde zufrieden, aber bei der Leistungsdichte musst du einfach von Anfang vorne dabei sein, sonst ist die Nummer gelaufen. In Oschersleben wird’s wieder besser", verspricht 'Götzi' optimistisch.

 

Auch Stefan Kittel (Bautzen, Zweiradtechni Vyhnalek) und Michael Beyer (A-Wien, Südbike), zwei weitere Routiniers hatten sich mehr ausgerechnet, als die Plätze acht und neun. Der Zehntplatzierte Andre Quester (Lauterburg, Mayerracing), ebenfalls ein 'alter Cup-Hase', brachte es auf den Punkt: "Von 15 auf 10 zu fahren ist schon nicht so schlecht, aber ich bin einfach platt, was die jungen Burschen in diesem Jahr da vorne aufführen." Bemerkenswert: In der Top-Five war Filip Altendorfer mit seinen zwanzig Jahren der Senior.

 

Auch das Fazit von Cup-Koordinator Thomas Kohler fiel durchweg positiv aus: "Nach zwölf Jahren Pause sind wir in Schleiz wieder mit offenen Armen empfangen worden. Natürlich muss man auf einer Natur-Rennstrecke Kompromisse eingehen, aber ist für Fans und Fahrer eine besondere Veranstaltung und wir alle haben uns hier sehr wohlgefühlt." Einige Cup-Piloten reisen am Montag gleich weiter nach Oschersleben, wo bereits am Samstag im Rahmen der SPEEDWEEK der siebte Lauf zum YAMAHA R6-DUNLOP-CUP ausgetragen wird.

 

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