Thomas Rebien Zwei zu eins für Dänemark. Thomas Rebien (Sorö) und Sören Jakobsen (Brande) vom Team Brunos mc Team RR DK gewannen den Ländervergleich auf dem Salzburgring. Der Gegner hieß allerdings nicht Michael Götz sondern Filip Altendorfer (Raubling, Yamaha Meier Racing), der als bester Deutscher auf den dritten Rang kam.

Ohne Rennabbruch scheint es in diesem Jahr nicht zu gehen. Beim fünften Lauf zum YAMAHA R6-DUNLOP-CUP auf dem Salzburgring sahen die R6-Piloten nach vier Runden die rote Flagge. Glücklicherweise war der Anlass diesmal ein streckenspezifisches Problem, denn die Rettungswege am Salzburgring lassen nicht überall eine problemlose Bergung zu. Kevin Kemink (Bocholt, Team Romero) war vor der Nocksteinkehre gestürzt, konnte aber nach einer kurzen Untersuchung im Krankenhaus am Sonntagabend den Heimweg antreten.

 

 

Bis zum Abbruch hatten Thomas Rebien, Filip Altendorfer und Sören Jakobsen den Ton angegeben, Dominik Vincon (Knittlingen, Motorrad Hester ADAC Nordbaden) führte das Verfolgerfeld an. In dieser Reihung ging's auch zum Restart über sieben Runden. Während die beiden jungen Dänen sofort wieder das Kommando übernahmen, kam Atendorfer erst als Siebter aus der ersten Runde zurück: "Mein zweiter Start war richtig schlecht. Zudem habe ich nicht gecheckt, dass die Zeiten beider Rennen addiert werden und mich über die Boxenanzeige gewundert. Deshalb habe ich mich zunächst ordentlich mit Dominik gematscht und dachte mir, diesmal kommst du mir nicht vorbei", verriet der Bayer, mit 20 Jahren der Senior im Spitzenquintett.

 

 

Derweil zog vorne der Dänemark-Express auf und davon. Die Teamkollegen spendeten sich geschickt Windschatten - das A und O auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Salzburg. "Mein Zeitvorsprung auf Filip aus dem ersten Rennen betrug nur drei Zehntel, daher habe ich einfach versucht, weiter Druck zu machen", berichtete der 16-jährige Rebien nach seinem dritten Saisonsieg. Dass er den ehemaligen Grand Prix-Kurs nicht sonderlich mag, weil an einigen Stellen die Sturzräume recht knapp bemessen sind, war während seiner Siegesfahrt nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

 

 

Der drei Jahre ältere Sören Jakobsen hatte beim Abbruch knapp acht Zehntel Sekunden hinter seinem Teamkollegen und drei Zehntel hinter Altendorfer auf Rang drei gelegen. Für ihn war also wichtig, Zeit gutzumachen. "Beim Neustart lief es perfekt für uns, denn wir konnten rasch einen kleinen Vorsprung herausfahren und spendeten uns dann gegenseitig Windschatten ", verriet der drei Jahre ältere Jakobsen. "Thomas war ein wenig schneller. Mir taugt die Strecke, denn ich liebe diese schnellen Passagen mehr als winkelige Kurse."

 

 

Dominik Vincon (Knittlingen, Motorrad Hester ADAC Nordbaden) erlebte ein ständiges Auf und Ab: "Beim ersten Start habe ich zwei, drei Plätze verloren, mich dann vorgekämpft, in der Schikane zu früh gebremst und wieder drei Plätze verloren. Beim Rennabbruch war ich wieder Vierter, hatte aber fünf Sekunden Rückstand. Daraufhin bin ich nach dem Restart auf Taktik gefahren und habe den Platz sicher nach Hause gebracht."

 

 

Der Cup-Youngster Tim Böhringer (Erkenbrechtsweiler, Walz Motorsport) erzielte als Fünfter sein bislang bestes Resultat: "Im ersten Rennen war ich nach dem Start sogar Dritter hinter den Dänen. Während die Beiden sich geschickt Windschatten gaben, haben Dominic, Filip und ich uns leider gegenseitig etwas aufgehalten und dadurch den Anschluss verloren. Einmal habe ich beim Runterschalten den Gang nicht erwischt, damit war für mich der Zug nach vorne abgefahren", sagte der erst 14-jährige Schwabe.

 

 

Aus dem erhofften Heimerfolg warteten die Zuschauer vergebens. Als bester der fünf Österreicher belegte Thomas Moser (Ybbsitz, Yamaha Franz) Rang sechs. Michael Götz (Hadamar, Team Romero), mit nur einem Punkt Rückstand auf die Tabellenführung nach Salzburg angereist, hatte nach eigenem Bekunden das ganze Wochenende verwachst. Am Ende reichte es nur für den ungewohnten siebten Platz. "Im Qualifying hat die Übersetzung nicht gepasst, mein erster Start war bescheiden, dann war ich in der Schikane eingeklemmt, habe weitere Plätze verloren und musste mich mühsam vorkämpfen. Immerhin folge dann mein erster guter Start in diesem Jahr, ich habe aber nie richtig Windschatten bekommen. Schade, eigentlich mag ich die Strecke sehr. Aber Hut ab, was unsere beiden Dänen hier vorgelegt haben", zollte der Routinier seinen jungen Titelkonkurrenten fair Respekt.

 

 

Auf Gesamtplatz acht folgte mit Manuel Dattinger (Mauer, Team Zweirad Teuchert) ein weiterer Österreicher. "Beim ersten Start bin ich eingezwickt worden, den zweiten habe ich verschlafen, konnte aber schön vorfahren und bin da sogar als Fünfter über die Linie gekommen." Am Freitag muss der 18-jährige Dattinger nun erst einmal unters Messer, die Schrauben von einer früheren Verletzung müssen entfernt werden. "Voraussichtlich muss ich dann drei Wochen pausieren, wenn alles glatt geht, bin ich also zum nächsten Rennen in Schleiz wieder fit."

 

 

Dominic Hyna (Friedberg, Finkl Racing Team) und der Dritte vom Nürburgring Hampus Johansson (SW-Karlstadt, Brunos Motocompany) hatten immer wieder mit Dattinger die Plätze gewechselt. Am Ende wurde Hyna Neunter, der Schwede Zehnter. "Mein Hauptproblem war, dass ich auf der Geraden nicht mitgekommen bin, vermutlich habe ich für meine Größe etwas zu lang übersetzt. Aber Hauptsache, mal wieder ins Ziel gekommen, von Schleiz erhoffe ich mich mehr", verriet der großgewachsene Hyna.

 

 

Cup-Koordinator Thomas Kohler war von der Vorstellung seiner Jugendabteilung beeindruckt. "Auf den ersten fünf Plätzen war keiner über zwanzig Jahre alt, von den Top-Ten gerade Mal zwei. Das hatten wir in dieser Form noch nie. Zudem sind die Jungs erstaunliche Rundenzeiten gefahren."

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