Vladimir Ivanov

Der Russe Vladimir Ivanov konnte an diesem Wochenende vor 25.000 Zuschauern auf dem Schleizer Dreieck zwei Siege in der Klasse IDM Supersport feiern. Der Pilot vom Vector Racing Team knabberte damit insgesamt zehn Punkte vom Vorsprung Arne Todes in der Meisterschaft ab.

Der Meisterschaftsführende Arne Tode (G-LAB Racing Sport Evolution) war es, der sich am Samstagmittag die Pole Position im Zeittraining sichern konnte. Der Glauchauer Triumph-Pilot konnte das Schleizer Dreieck schneller umrunden als der Rest des 34 Fahrer umfassenden Starterfeldes der IDM Supersport. Der Russe Vladimir Ivanov ging von Startplatz zwei ins Rennen und konnte sich damit eine bessere Ausgangsposition sichern, als Rico Penzkofer (SKM-Bike Promotion) und Lars Reichelt (RU-Racing Ludwigsburg), der für die wohl größte Überraschung des Tages sorgte. Reichelt hatte im Vorfeld die Reifenmarke gewechselt - von Continental zu Pirelli. Darin sah er auch den Grund für sein Auftauchen in der ersten Startreihe.

Rennen 1:

 

Arne Tode kam am besten vom Start weg und bog als erstes in das Kurvengeschlängel am legendären Buchhübel ein. Der Triumph-Pilot wollte sein Heil in der Flucht suchen. Aber dem schob Yamaha-Pilot Ivanov einen Riegel vor. Der Russe startete in Runde fünf einen Angriff auf den Meisterschaftsleader und ging in Front. „Die wollte ich unter keinen Umständen mehr hergeben“, erklärte Vladimir Ivanov nach dem Rennen, das er als Sieger beendete. Arne Tode wurde Zweiter.

 

Pech hatte der Böhlener Rico Penzkofer. Der Yamaha-Pilot konnte anfangs mit der Spitze mithalten, als ihm in der siebenten Runde erst die Straße ausging und er dann über das Vorderrad ins Aus rutschte. Penzkofer blieb unverletzt.

 

Durch diesen Sturz erbte Suzuki-Pilot Kevin Wahr den dritten Rang. Diesen konnte er aber nur bis zur letzten Runde behaupten. Dann startete der Australier Damian Cudlin seinen Angriff. “Ich hatte einen schlechten Start und kam nur als Achter aus der ersten Runde”, fasste der Mann vom SKM-Bike Promotion-Team zusammen. „Aber ich war sehr stark auf der Bremse und konnte so einige Piloten überholen. Am Schluss sah ich dann Kevin Wahr vor mir. Der ist etwas nervös geworden und hat sich immer umgedreht. Aber meine letzte Runde war eine perfekte und ich konnte ihn auf der Bremse überholen.“ Damit wurde der Australier Dritter vor Kevin Wahr, der sein bestes Saisonergebnis einfuhr. Der noch amtierende deutsche Meister, Sebastien Diss (BMR Kawasaki), holte sich Rang fünf noch vor dem Haudegen Herbert Kaufmann.

 

Rennen 2:

 

Im Sonntagsrennen hieß der Gewinner des Starts Rico Penzkofer. Der Pilot vom SKM-Bike Promotion-Team bog als erstes in die Startkurve ein und führte die nächsten drei Runden. Dann wurde das Rennen abgebrochen. Grund waren Stürze von Marcin Kaldowski (POL) und Sascha Hommel (Reichenbach). Hommel hatte mit seiner Honda einen Highsider, ramponierte sich dabei die Verkleidung und brach den Schalthebel ab. Beim Re-Start stand er aber wieder mit in der Startaufstellung.

 

Die ergab sich aus dem Stand vor dem Rennabbruch. Dieses Mal war es Kawasaki-Pilot Sebastien Diss, der den Start gewann. Allerdings wurden die beiden Rennteile addiert, sodass sich auf der Strecke ein anderes Bild bot, als in der eigentlichen Wertung. Rico Penzkofer konnte in der Addition seine Führung noch bis in Runde Acht behaupten, obwohl Ivanov schon im sechsten Umlauf am Markenkollegen vorbei gegangen war. Dann führte Ivanov auch in der Addition und holte sich den zweiten Sieg an diesem Wochenende.

 

Unterdessen war auch Arne Tode an Penzkofer vorbei gegangen und schickte sich an, dem Russen zu folgen. Allerdings war gegen den kein Kraut gewachsen und so konnte der Glauchauer „nur“ eine ausreichende Lücke zwischen sich und Penzkofer fahren, so dass er den zweiten Platz sichern konnte. Rang vier ging an Sebastien Diss vor Kevin Wahr und Herbert Kaufmann. Der Drittplatzierte vom Samstag, Damian Cudlin, wurde dieses Mal Siebenter.

 

In der Meisterschaft konnte Ivanov insgesamt zehn Punkte von Todes Vorsprung aufholen. Außerdem ging er an Cudlin vorbei und ist jetzt erster Verfolger Todes. Der liegt mit 190 Zählern an der Spitze der Tabelle. Ivanov folgt mit 151 Punkten vor Cudlin (146), Diss (130) und Kaufmann (115). Rico Penzkofer hat mit seinen 106 Punkten nur noch theoretische Titelchancen - zumal er sich beim nächsten Lauf in Oschersleben zur Speedweek extremen Bedingungen aussetzen muss. „Das wird schon eine Tortour“, meinte der Yamaha-Pilot. „Vor zwei Wochen war ich noch in Japan bei den acht Stunden, jetzt hier. In Oschersleben fahre ich die acht Stunden mit – wahrscheinlich sind wir nur zu zweit. Und dann noch die zwei IDM Supersport-Rennen.“ Alle Achtung vor diesem Programm.
Joomla templates by a4joomla