Valentino RossiSeinen vierten Sieg in dieser Saison konnte Valentino Rossi heute in Estoril feiern. Rossi gewann nach einem harten Rennen vor Dani Pedrosa und Casey Stoner. Sein achter Podiumsplatz in Folge in Portugal war der erste seit sechs Rennen, zuletzt stand Rossi im Juni in Assen auf dem Podium. Colin Edwards war leider nicht in der Lage, seinem Teamkollegen zu folgen und überquerte am Ende auf Platz zehn liegend den Zielstrich.

Vor 41.566 Zuschauern erwischte Rossi keinen guten Start von Position drei und rutschte noch vor der ersten Kurve bis auf Platz fünf zurück. Die erste Runde beendete Rossi hinter dem amtierenden Weltmeister Nicky Hayden, der auf drei fuhr. Doch dann begann Rossi Druck auf Hayden auszuüben und überholte den Amerikaner bereits in der dritten Runde, während Pedrosa die Führung von Stoner übernommen hatte. Mit jeder Runde verkürzte Rossi den Abstand zum Führungsduo und demonstrierte deutlich die Leistung seines neuen Yamaha-Motors, als er den WM-Leader Stoner auf der langen Start-Ziel-Geraden überholen konnte. Ab diesem Zeitpunkt war das Rennen ein packendes Duell zwischen Rossi und dem führenden Pedrosa. Die beiden MotoGP-Piloten überholten sich mehrfach und es wurde deutlich, dass jeder an anderen Stellen des Kurses seine Vorteile hatte. Vier Runden vor Ende des Rennens fuhr Pedrosa Ende Start-Ziel einen weiten Bogen und Rossi konnte problemlos innen vorbeischlüpfen. Doch nur kurze Zeit später unterlief dem Italiener ein ähnlicher Fahrfehler und der Spanier hatte wieder Oberwasser. Als Pedrosas Motorrad zu rutschen anfing und Stoner sich auf Platz drei eingeschossen hatte, startete Rossi seine finale Attacke und überholte seinen Mitstreiter in der vorletzten Runde mit einem millimeter-genauen Bremsmanöver. Am Ende überquerte Rossi den Zielstrich vor Pedrosa mit einem Abstand von nur 0,175 Sekunden.

 

Colin Edwards hatte im Rennen mit Grip-Problemen zu kämpfen und fuhr zeitweise auf Platz 17 um den Kurs. Der Texaner gab aber nicht auf und kämpfte sich mit sehenswerten Überholmanövern bis auf Platz zehn zurück und behielt auch in der WM-Wertung seinen siebten Platz. Für Rossi hat sich die Lage in der Meisterschaft durch seinen heutigen Sieg etwas verbessert, denn er konnte den Rückstand auf Stoner auf 76 Punkte verringen.

 

Valentino Rossi, Platz 1
"Ich möchte meinen Sieg Colin McRae widmen, der gestern leider verstorben ist. Colin war für mich schon Idol, als ich noch sehr jung war und er war es, der meine Leidenschaft für den Rallye-Sport entfachte. Es ist ein trauriger Tag für den Motorsport und ich bin stolz, dass ich ihm diesen Sieg heute widmen kann. Das war ein wichtiger Sieg für uns, der Vierte in diesem Jahr, was die Statistik ein bisschen besser aussehen lässt. Es sind tolle Emotionen, wenn man nach so langer Zeit wieder einmal gewinnt. Heute lief meine Yamaha toll und die Reifen haben prima funktioniert. Der neue Motor ist deutlich besser und ich konnte auf der Geraden im Windschatten der Honda und der Ducati mithalten und auch teilweise vorbeifahren. Michelin hat gut gearbeitet und die Reifen waren heute besser, als die meiner Mitstreiter. Wir haben wieder einmal gezeigt, dass unser Paket gut ist, wenn die Reifen funktionieren - dann können wir um die Spitze mitkämpfen. Ich hatte einen tollen Zweikampf mit Casey, aber einen noch viel besseren mit Dani und es ist fantastisch, wenn man wieder so fahren kann - am Limit und mit vielen Überholmanövern. Als ich das erste mal an Dani vorbeifuhr, habe ich versucht wegzufahren, doch er war leider zu gut und ich wusste, dass er demnächst wieder vorbeikommen würde. Am Ende hatte Dani einige Rutscher und ich wusste, dass ich an einigen Stellen stärker auf der Bremse war, also habe ich ihn so geschnappt. Ich will mich bei Yamaha, Michelin, meinem Team und allen bedanken, denn es ist ein toller Tag, der uns die Sicherheit für die letzten Rennen in dieser Saison gibt.

 

Colin Edwards, Platz 10
"Ich habe mich heute für eine neue Reifenmischung entschieden, doch leider haben zwei davon nicht richtig auf dieser Strecke funktioniert. Auf der rechten Seite waren sie in Ordnung, doch links hatte ich keinen Grip und das war mein Problem. Mit jeder Runde habe ich in den zwei Linkskurven eine halbe Sekunde verloren. Ich wurde in der ersten langsam und in der zweiten wurde ich dann überholt. Ich konnte einfach nichts machen. Es ist wirklich enttäuschend, denn hier lief es für mich immer gut, aber heute hatte ich nicht den Grip, den ich brauchte. Wir haben das Motorrad auf den Kopf gestellt und alle haben hart gearbeitet, was aber am Ende nichts geholfen hat."
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